Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie
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Modifizierung von Erbsenproteinen

Das Ziel des vorliegenden Projekts besteht in der Entwicklung neuartiger, gezielt vernetzbarer polymerer Grundstoffe auf Basis von Erbsenproteinen, die als Abprodukte bei der Erbsenstärkegewinnung anfallen. Es soll damit eine einheimische, nachwachsende Rohstoffquelle für Biopolymere erschlossen werden, deren polymerchemisch-technisches Potential bisher noch nicht genutzt wird. Die Erbsenproteine stellen auf Grund ihrer Struktur und insbesondere ihrer Gelbildungseigenschaften eine pflanzliche Alternative zu der aus tierischen Abfällen gewonnenen Gelatine dar, deren Anwendung in bestimmten Industriezweigen durch die BSE-Problematik in jüngster Zeit in Frage gestellt wurde. Die neuartigen, gezielt vernetzbaren, polymeren Grundstoffe sollen Anwendung finden als Basiskomponenten von biologisch kompatiblen bzw. biologisch abbaubaren Klebstoffen, Beschichtungen und Kapselmaterial.

Im Mittelpunkt des Entwicklungsvorhabens soll deshalb die Funktionalisierung der Erbsenproteine durch Umsetzung der an den Polymergrundkörpern befindlichen freien Amino-, Hydroxyl- bzw. Carboxylgruppen mit geeigneten Modifizierungsreagenzien stehen, um gezielt vernetzbare polymere Grundstoffe für biologisch kompatible bzw. biologisch abbaubare Reaktionsklebstoffe, Beschichtungen und Kapseln zu erhalten. Für die geplanten Verwendungszwecke der modifzierten Erbsenproteine ist die gezielte Vernetzbarkeit eine essentielle Grundvoraussetzung, um hinreichend dauerhafte, lösungsmittelbeständige Reaktionsklebstoffe, Beschichtungen und Kapseln herstellen zu können. Vernetzungen zwischen Polymerketten können sowohl durch Bildung intercatenarer kovalenter Bindungen als auch durch intercatenare elektrostatische Wechselwirkungen/Komplexbildungen erreicht werden.

Anwendungsfelder der zu entwickelnden Produkte liegen einmal im Bereich der Medizin (z. B. selbstklebende Wundabdeckungen zur Aufsaugung von Wundsekret). Weiterhin können sie ähnlich wie Gelatine Anwendung als Barriereklebstoff bzw. Barriereschichten im Verpackungsbereich, insbesondere bei Lebensmittelverpackungen finden. Das bedeutet, daß der Barriereklebstoff neben der Klebewirkung noch eine Sperrwirkung gegenüber Gasen (Luftsauerstoff) aufweist. Bisher werden neben Gelatinederivaten vor allem Aluminium-Laminate als Barriereschichten eingesetzt, die auf Grund ihrer Struktur ein schwer zu lösendes Recyclingproblem darstellen. Ein weitere Applikation stellen die Verkapselung bzw. Mikroverkapselung von pharmazeutischen Wirkstoffen bzw. von Farbstoffen für drucktechnische Anwendungen dar. Hierbei ist die Fähigkeit der modifizierten Erbsenproteine zur Bildung von Symplexen bzw. ionotropen Gelen die entscheidende Voraussetzung. Ein Vorteil für pharmazeutische Anwendungen wäre die pflanzliche Herkunft der Erbsenproteine, daß keine tier-bzw. humanpathogene Erreger im polymeren Ausgangsmaterial enthalten sind. Bei der Verwendung von Gelatine bzw. Gelatinederivaten, die aus Schlachtabfällen von Rindern gewonnen werden, ist eine mögliche Übertragung von BSE bisher nicht sicher ausschließbar.


Literatur    
  1. Schmauder, H.-P., Frankenfeld, K., Mörbe, J., Hornung, M., Schnabelrauch, M., Vogt, S.: Einsatz natürlicher und modifizierter Proteine in Kosmetik und Medizin. Tagungsband
  2. Internationales Symposium und Fachausstellung "Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen", Hrsg.: Gesellschaft für Messe- und Veranstaltungsmanagement mbH Erfurt, 6 Seiten

 
   

Kontakt    

Dipl.-Ing. Katrin Frankenfeld

Tel.: 03603 - 833141
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