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Recycling
kontaminierter ÖlbinderEine Recycling-Technologie für kontaminierte
Ölbindemittel wurde entwickelt, um eine Wiederverwendung dieser
anorganischen Materialien zu ermöglichen. Ölbinder werden
insbesondere von Feuerwehren zum Aufsaugen von Kraftstoffen und Ölen
auf der Fahrbahn nach Unfällen benutzt. Das entwickelte Verfahren
basiert auf einer Kombination aus physikalisch-chemischer Extraktion
der Ölbinder und anschließender mikrobiologischer Behandlung
des hochkontaminierten Waschwassers. Die Effektivität dieser
Technologie wurde exemplarisch mit zwei unterschiedlichen Ölbindemitteln
getestet: "Öl-Ex hart" und "Terraperl". Die
Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, daß das Ölbinder-Material
und der damit verbundene Bindemechanismus des Öles im Bindemittel
den entscheidenden Faktor für den Erfolg des Reinigungsprozesses
darstellt.
Die kontaminierten Ölbinder werden bis jetzt nach ihrem Gebrauch
auf Sondermülldeponien eingelagert oder zu einem geringen Anteil
in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Eine Recycling-Technologie
für diese anorganischen Materialien ist bislang unbekannt, daher
wurde ein Behandlungsverfahren entwickelt, welches eine Wiederverwendung
dieser Ölbindemittel ermöglicht.
Zwei Ölbinder wurden exemplarisch untersucht, beide bestehend
aus anorganischem Material und mit hohem Aufsaugvermögen. Sie
können wie folgt charakterisiert werden:
- "Öl-Ex hart" (PUREN Schaumstoff GmbH Überlingen)
- ein feinkörniger Tonschiefer
- "Terraperl" (Michels, Essen) - granulierte Diatomeenerde
Eine Vielzahl an Bakterienstämmen mit speziellen Abbaufähigkeiten
wurden aus ausgewählten kontaminierten Böden isoliert.
Im Mittelpunkt des Interesses standen Bakterien, die in der Lage
waren, Mineralölkohlenwasserstoff-Konzentrationen bis zu 30.000
mg/l abzubauen, z.B. Benzin, Diesel, Heiz- und Motoröl. Einzelstämme
und Mischkulturen wurden dafür eingesetzt. Alle Kulturmedien
für die Untersuchungen zur Biodegradation enthielten als Kohlenstoffquelle
Mineralölkohlenwasserstoffe, Tensid, Mineralsalze und Spurenelemente.
Die geeignetsten Tenside waren die Produkte AERES T22 und T27 erzielt.
Die Waschprozesse wurde in mehreren Stufen ausgeführt. Die
Ergebnisse zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden
untersuchten Ölbindemitteln.
Das hochkontaminierte tensidhaltige Waschwasser aus der Extraktion
der Ölbindemittel wurde mit ausgewählten Bakterienstämmen
und Mischkulturen behandelt.
- Ergebnisse mit "TERRAPERL":
- Die Reduktion der Mineralölkohlenwasserstoff-Konzentration
im Ölbinder "Terraperl" war wenig erfolgreich.
Im ungemahlenen Zustand war es nicht möglich, die Grenzkonzentration
von 500 mg/kg zu unterschreiten, während das gemahlene Material
nach 15 Waschschritten zu reinigen war. Das Aufsaugvermögen
des Ölbinders "Terraperl" besteht in der Absorption
des Öles in den wabenartigen Poren. Im ersten Waschschritt
ist eine 50%ige Schadstoffreduktion möglich, da die Kontaminationen
an der Oberfläche des "Terraperl"- Kornes abgewaschen
werden. Das Herauswaschen des Öles im Inneren des Granulates
kann nur durch Zerstörung des Kornes erreicht werden
- Ergebnisse mit "Öl-Ex hart":
- Die Reinigung des Ölbinders "Öl-Ex hart"
war mit nur 3 Waschschritten erfolgreich. Das Aufsaugvermögen
diese Ölbindemittels besteht in der Ausbildung von Agglomeraten,
in denen das Öl zwischen den Körnern festgehalten wird.
Durch die Oberflächenbeanspruchung beim Rührprozess
werden die Agglomerate aufgebrochen und das Öl kann in Emulsion
gehen. Dadurch kann die Reinigung des Ölbinders "Öl-Ex
hart" mit relativ geringem technologischem Aufwand erfolgen.

Ölkontaminierter Ölbinder vom Typ "Öl-Ex
hart" |
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"Öl-Ex hart" nach der Reinigung |
| Literatur |
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- Schmauder, H.-P., Günther, K., Schlosser,
D., Ludwig, M., Zeth, R.:
Application of microbiological methods for waste
compound degradation.
In: Bioaugmentation for Site Remediation, Eds.
R. E. Hinchee, J. Frederickson, B. C. Alleman,
Proc. 3rd Int. Symp. "In Situ and On-Site
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pp. 203-209 (1995)
- Schmauder, H.-P., Frankenfeld, K., Ludwig,
M., Luthardt, W.: Purification of contaminated
oil-binding materials for repeated use. In:
In Situ and On-Site Bioremediation (Eds.: Allemann,
B. C. and Leeson, A.),
Battelle Press, Columbus, Richland, Vol. 5,
pp.259- 263 (1997) [ISBN 1-57477-030-6]
- Schmauder, H.-P., Frankenfeld, K.: Biotechnologie
am Forschungszentrum für Medizintechnik
und Biotechnologie e. V., Bad Langensalza/Thüringen
(fzmb). Biosphäre Nr. 14 (April 1997),
7-10 (1997)
- Angelova, B., Schmauder, H.-P.: Lipophilic
compounds in biotechnology - interactions with
cells and technological problems. J. Biotechnol.,
in press
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