Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie
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Kein typisches Mädchen

BAD LANGENSALZA.

Im Bundespresseamt, den Krankenhäusern in Mühlhausen und Bad Langensalza und sogar auf der Museumsinsel in Berlin finden sich Arbeiten der Firma Traco. Gestern wollten acht Mädchen ganz genau wissen, was man bei Traco macht und wie. Das Unternehmen hatte die Pforten für Schülerinnen geöffnet - und zum Girl´s Day geladen."Wir waren einfach nur neugierig", gesteht Tara Heinemann. "So richtig informiert haben wir uns über Traco und die Berufe, die hier ausgebildet werden, nicht." Spannend sei die Werksführung trotzdem gewesen. Die 15-Jährige besucht zur Zeit das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in Großengottern. Da will sie ihr Abitur machen. Was danach kommen soll, kann sie aber noch nicht genau sagen. "Eigentlich will ich ja Gerichtsmedizinerin werden, aber die künstlerische Arbeit, die man als Steinmetz macht, würde mich auch reizen." Und zutrauen würde sie sich den Job als Steinmetz bei Traco auch. Und das, obwohl Ralf Baumgarten warnt. "Der Job ist für Frauen körperlich oft zu hart." Besonders, weil Traco kein Unternehmen ist, das sich auf Restauration oder feine Figurenarbeit spezialisiert hat. Hier heißt es anpacken: Schwere Paletten müssen bewegt und aus riesigen Steinen verkaufbare Arbeiten gehauen werden. Tara Heinemann ist sicher, dass sie das schaffen würde: "Ich bin nicht so ein typisches Mädchen."Acht Mädchen aus den Klassenstufen sieben bis neun hatte die Neugier zu Traco getrieben. Aber auch die anderen Stationen des Girl´s Day in Bad Langensalza waren gut besucht. "Die Polizei war wie jedes Jahr der Renner", erklärt Monika Bajohr vom Mädchentreff des Jugendzentrums XXL. Sie hatte die Aktion organisiert und mit Firmen und Schulen koordiniert. Fast 80 Mädchen haben sich für die Präsentationen von Polizei, Rehaklinik, Tierklinik, Ergotherapie Gobi und Traco angemeldet. Auch das Interesse am Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie (FZMB) mit der Tierklinik war sehr groß. "14 Mädchen wollten bei uns zum Beispiel im Labor schnuppern, dabei hatten sich nur neun angemeldet", staunte der technische Leiter, Wolfgang Zilling. "Wir mussten die Gruppe sogar teilen." Zwei Schülerinnen des Salza-Gymnasiums zog es in die Landeshauptstadt: Landtagsabgeordnete Annette Lehmann (CDU) hatte sie eingeladen, sich auf dem politischen Parkett zu versuchen.
" Jedes Jahr steigert sich das Interesse", freut sich Monika Bajohr. Umso besorgter beobachtet sie die neuesten Entwicklungen. "Die Kommission, die den Girl´s Day bundesweit verantwortet, soll sich auflösen. Deshalb ist es fraglich, ob es diesen Tag nächstes Jahr noch geben wird." Für die Region gibt sie aber Entwarnung. "Wir haben auch früher schon einen Mädchen-Aktionstag in Eigenregie veranstaltet. Wenn nötig, organisieren wir das eben wieder so."

Anita GRASSE


Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Bad Langensalzaer Allgemeine vom 27.04.2007, LA 1