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Schlupflöcher für Ideen
BAD LANGENSALZA.
Vom milliardenschweren Förderprogramm der
EU sollen auch Firmen und Einrichtungen in Thüringen profitieren.
Deshalb veranstaltete das Bad Langensalzaer Forschungszentrum für
Medizintechnik und Biotechnologie einen Workshop zum Thema.50,5
Milliarden Euro - um die Mitgliedsstaaten der Europäischen
Union international wettbewerbsfähiger und die Lebensqualität
seiner Bürger besser zu machen, vergibt die EU bis 2013 diese
stolze Summe an Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Doch ein
Stück des Kuchens namens "7. Forschungsrahmenprogramm" abzubekommen
ist nicht so einfach. Auch die Mitarbeiter des Forschungszentrums
für Medizintechnik und Biotechnologie (FZMB) in Bad Langensalza
müssen das komplexe und vor allem zeitintensive Procedere
der Beantragung durchlaufen, um die lukrativen Möglichkeiten
ausschöpfen zu können.
Deshalb luden sie jetzt zum zweiten Mal kompetente Ansprechpartner
von "Thüringen innovativ" ein. "Wir wollen
potenzielle Antragsteller aus Thüringen motivieren, mehr aus
den Brüsseler Fördertöpfen in den Freistaat zu holen,
ihnen helfen, Schlupflöcher für ihre Ideen zu finden",
erläuterte Innovationsberaterin Elke Römhild. Drei Stunden
lang klärten sie und ihr Kollege Unternehmer und Forscher,
darunter zahlreiche Partner des FZMB, nicht nur über Zugangsbedingungen,
Projektarten und spezifische Themenbereiche von Informations- und
Kommunikationstechnologie bis zu Gesundheit und Landwirtschaft
auf, sondern auch über Chancen und Tücken des rein elektronischen
Antrags sowie formelle Feinheiten. Praxisnahe Ergänzungen
lieferte Hans-Peter Schmauder, Professor im Ruhestand, ehemaliger
Geschäftsführer des FZMB und früher als Gutachter
für die EU tätig.
Wesentlich klarer seien ihm die Modalitäten geworden, so das
Fazit von Peter Kraut, Diplomingenieur aus Arnstadt.
Gemeinsam mit Professor Schmauder will er in den kommenden drei
Monaten ein Projekt zur Rekultivierung von Steppen und Wüsten
bei der EU einreichen. Gleich drei Anträge plant das FZMB:
Neben Schnelltests für Herstellerbetriebe zum Beispiel auf
Salmonellen, neuen therapeutischen Methoden basierend auf Stammzellen,
die auch beim Kampf gegen Krankheiten bei Tieren zum Einsatz kommen
sollen, ist der Bereich Lebensmittelsicherheit zentral. "Hier
wollen wir Bad Langensalza zur Modellregion in Thüringen machen",
betonte Geschäftsführer Dr. Peter Miethe - und dabei
möglichst mit finanzieller Unterstützung aus Brüssel
vor Ort Arbeitsplätze sichern.
Anke KÜHN
Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Bad Langensalzaer Allgemeine
vom 14.04.2007, LA 1
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