Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie
  Startseite
 
 

 

Elefanten-Operationen und Gesichtsmasken

BAD LANGENSALZA.
Das Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie (Fzmb) schreibt schon seit 15 Jahren Geschichte in Bad Langensalza. Das Jubiläum wurde gestern zum Anlass genommen, auf die Anfänge zurückzublicken.
Am 28. Juni 1994 fielen die Würfel: Im Erfurter Hof wurde die Gründung des Forschungszentrums beschlossen. "Eine erfolgreiche Neugründung in einer unruhigen Zeit" hatte Prof. Dr. Hans-Peter Schmauder gestern seinen Festvortrag überschrieben. Er gehörte im Jahr 1994 zu den Gründern und erinnerte sich an die Probleme: "Die nächste Frage lautete damals, wo bekommen wir Geld her?" Denn Fördermittel flossen nur, wenn die Gemeinnützigkeit nachgewiesen war. Die wurde dem Forschungszentrum auch schnell bestätigt. Dann waren Ideen für Forschungsprojekte gefragt.

Auf Bitten des Thüringer Wirtschaftsministeriums, von dem die Institution viel Unterstützung erfuhr, erfolgte die Vereinigung mit der Umweltmedizin Erfurt. "Später trennten wir uns wieder, sonst wäre es letztlich der Ruin für beide gewesen", blickte Schmauder zurück. Doch die größte Herausforderung stellte die Suche nach einer geeigneten Immobilie dar. Eigentlich sollte das Forschungszentrum in Sömmerda angesiedelt werden. Weil der Plan nicht aufging, erinnerte man sich an die Tierklinik in Bad Langensalza. Mit Bildern belegte Schmauder anschaulich, wie sich das Gesicht des Fzmb im Lauf der Jahre wandelte - in erster Linie in baulicher Hinsicht. Mit Patienten wie einem Zirkuselefanten schaffte es das Forschungszentrum, sich spektakulär in die Öffentlichkeit zu bringen. "Es gab wahre Völkerwanderungen", erinnerte sich Schmauder an die Besuche der Kindergärten und Schulen während sich das Tier von der Operation erholte.


Heute steht das Fzmb auf vielen Säulen, eine davon ist zum Beispiel die Lebensmittelanalytik, die 1997 dazu kam. Und auch auf dem Weltmarkt kann sich das Forschungszentrum behaupten: mit einer Gesichtsmaske auf Zellulosebasis, die es für eine französische Kosmetikfirma entwickelte. "Für eine rein private Einrichtung ist das schon ein enormer Erfolg", bilanzierte Schmauder, der allen Mitarbeitern dankte - und Bürgermeister Bernhard Schönau für dessen Unterstützung.

Von Sabine SPITZER

Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Bad Langensalzaer Allgemeine vom 18.06.2008